Samstag, 13. Dezember 2025
Begegnung, Musik und gelebte Gemeinschaft
Rund zwanzig Anmeldungen mehr als im Vorjahr zeigten bereits im Vorfeld, wie gross die Vorfreude auf die diesjährige Adventsfeier war. Am Samstag, 13. Dezember 2025, durften zahlreiche Seniorinnen und Senioren aus Ringgenberg-Goldswil und Niederried einen stimmungsvollen Nachmittag an festlich geschmückten Tischen in der Burgseelihalle erleben. Die Adventsfeier wurde von den Einwohnergemeinden Ringgenberg-Goldswil und Niederried gemeinsam mit der Kirchgemeinde Ringgenberg organisiert und mit grossem Engagement vom Frauenverein sowie vom Team Begegnungstreff unterstützt.
Gemeinde gestalten, wo Einfluss möglich ist
Gemeindepräsident Adrian Weinekötter begrüsste die Anwesenden auf seine humorvolle und nahbare Weise. Der Hinweis auf die zwei wichtigsten Bücher in Ringgenberg – die Bibel und «Wildheuen in Ringgenberg» – brachte das Publikum zum Schmunzeln und schlug auf einfache Weise eine Brücke zwischen Tradition, Glauben und lokalem Alltag.
In seiner Ansprache blickte Adrian Weinekötter auf die neue Legislaturperiode 2025–2028 zurück, die von einem grossen Wechsel im Gemeinderat geprägt ist, und stellte die aktuellen Mitglieder kurz vor. Trotz unterschiedlicher Meinungen im Rat sei man sich einig im Ziel, Lösungen zu finden und die Gemeinde aktiv weiterzuentwickeln. Diese Vielfalt schaffe eine gute Diskussionsgrundlage, aus der tragfähige Lösungen entstehen können. Im Zentrum stehen dabei Themen, auf welche die Gemeinde tatsächlich Einfluss hat und die sie aktiv mitgestalten kann. Dazu zählen unter anderem das Schulsystem, die Sicherheit, die Infrastruktur sowie Fragen des Zusammenlebens. Der Gemeindepräsident betonte zudem die Bedeutung funktionierender sozialer Angebote und dankte den zahlreichen Vereinen und der Kirchgemeinde für ihr grosses Engagement, das wesentlich zum Zusammenhalt in der Gemeinde beiträgt.
Auch Andrea Studer, Gemeinderätin von Niederried, richtete ein kurzes Grusswort an die Anwesenden. Sie berichtete vom lebendigen Dorfleben in Niederried, erwähnte die derzeit laufenden Adventsfenster sowie die monatliche Vollmondparty, die Jung und Alt zusammenbringt, und unterstrich damit die Bedeutung von Begegnung und Gemeinschaft.
Bild: Adrian Weinekötter, Gemeindepräsident, heisst die Seniorinnen und Senioren willkommen.
Feines Essen und lebendiger Austausch
Im Anschluss an die Begrüssung genossen die Gäste ein feines Mittagessen mit Salat, Hackbraten, Kartoffelstock und Gemüse. Das gute Essen und der herzliche Service durch den Frauenverein und das Team des Begegnungstreffs sorgten für zufriedene Gesichter und angeregte Gespräche. Es wurde gelacht, erzählt und Erinnerungen ausgetauscht – das gemeinsame Zusammensein stand spürbar im Mittelpunkt.
Musik als verbindendes Element
Am frühen Nachmittag begann der Festakt. Martin Friedli, Gemeinderat, hiess die Musikgesellschaft Ringgenberg sowie die Jugendmusig Ringgenberg-Goldswil willkommen, die den Anlass gemeinsam musikalisch umrahmten. Mit ihren Beiträgen schufen sie eine warme, feierliche Atmosphäre, der das Publikum aufmerksam lauschte. Zum Abschluss wurde die Musik mit kräftigem Applaus und einer Zugabe belohnt.
Musikgesellschaft Ringgenberg und Jugendmusig Ringgenberg-Goldswil
Jubilarenehrung im gemeinsamen Rahmen
Ein zentraler Bestandteil der Adventsfeier war auch in diesem Jahr die Jubilarenehrung. Neu wurden die Jubilarinnen und Jubilare aus Niederried im gleichen Rahmen geehrt wie jene aus Ringgenberg und Goldswil. Pascal Beutler, Heimleiter des Altersheims Sunnsyta, ehrte die 80-, 85- und 90-jährigen sowie alle über 90-jährigen Jubilarinnen und Jubilare. Die anwesenden Geehrten durften sich über einen Spitzbuben aus der Ändels Bachstube sowie einen Gutschein fürs Dorflädeli freuen.
Bild: Die Gemeinderäte bei der Jubilarenehrung
Pascal Beutler, Heimleiter Sunnsyta Ringgenberg (oben rechts, Rednerpult).
Martin Friedli, Gemeinderat; Sandra Abegglen, Gemeinderätin; Andrea Studer, Gemeinderätin Niederried (vlnr. unten).
Weihnachtsgeschichte mit Bezug zur Gegenwart
Zwischen den einzelnen Ehrungen erzählte Pfarrer Martin Koelbing eine Weihnachtsgeschichte in drei Teilen. Diese wurde durch gemeinsames Singen der bekannten Weihnachtslieder «Stille Nacht» und «Leise rieselt der Schnee» ergänzt und erhielt dadurch eine besonders dichte und besinnliche Atmosphäre. Ausgangspunkt der Geschichte war die vertraute biblische Erzählung, jedoch aus einer ungewohnten Perspektive.
Im ersten Teil ging es um einen kleinen Engel, der zwar mitsingen kann, beim Ruf nach Frieden jedoch ins Zweifeln gerät, weil er sieht, wie viel Unfrieden auf der Erde herrscht. Ihm wird erklärt, dass das Jesuskind gekommen ist, um diesen Zwiespalt zu überbrücken und Frieden in die Herzen zu bringen. Der kleine Engel, so die Erzählung, sei seither unter uns – unsichtbar, aber wirksam – und ermutige bis heute zur Gemeinschaft, zum Miteinander und dazu, gemeinsam etwas aufzubauen.
Im zweiten Teil rücken die drei Könige in den Mittelpunkt. Vor der Krippe sind sie gleich, auf dem Heimweg jedoch brechen wieder Rangordnungen und Machtfragen auf. Erst als sie einem einfachen Knecht zuhören, der den Weg kennt, wird deutlich, wie wichtig es ist, einander ernst zu nehmen und sich gegenseitig zu ergänzen. Auch hier zeigt sich, dass jede*r einzigartig ist und etwas anderes beisteuern kann – erst so entsteht ein Ganzes.
Der dritte Teil knüpfte an die Gegenwart an: Anhand eines Gesprächs zwischen Vater und Sohn wurde die Frage gestellt, wann «es Tag wird». Die Antwort liegt nicht im Sonnenaufgang, sondern in dem Moment, in dem Menschen einander ins Gesicht schauen und im Gegenüber einen Bruder oder eine Schwester erkennen.
Ein stimmungsvoller Ausklang
Beim Dessert klang der Nachmittag in gemütlicher Runde aus – mit vielen Gesprächen, zufriedenen Gesichtern und dem Gefühl, gemeinsam eine wertvolle Zeit erlebt zu haben.